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Distanz wahren bei der Aufnahme

Zoom H1 Recorder

Die Corona-Pandemie trifft sicher andere Gruppen härter als uns Podcaster – leben wir doch gerade davon, irgendwo ins Mikrophon zu sprechen, was woanders gehört wird.

Im Gegenteil: Die Podcastnachfrage hat deutlich zugenommen, seit die Hörer mehr Zeit dafür haben.

Allerdings gehört zu vielen Podcasts das Interview – ok, das kann in hörbarer Telefonqualität ausreichen, so kennen wir das aus dem Radio.

Aber bei einer Langstrecke – also einem ausggiebigen Gespräch mit einem Gast und erst Recht bei einer Doppelmoderation stoßen wir an Grenzen, bei denen ein Klangverzicht (im Telefon werden immer einige Frequenzen gekappt, zudem gibt es Störungen) das ganze unschön macht.

Wer sich weiterhin nicht der realen Begegnung aussetzen will, findet in StudioLink eine brauchbare Softwarealternative zum telefon (und ebenso zu den nicht immer klanglich sauberen Videochats).

Bereits in der Freemium-Variante lassen sich hier gute Ergebnisse erzielen, denn nicht nur eine gute Verbindung über das Netz ist hier maßgeblich. Der Teilnehmer speichert seinen Part zusätzlich auf dem eigenen PC und kann diese Spur anschließend via Drive oder anderen Lösungen an den Podcaster übertragen.

Vorteil von StudioLink ist seine Integration in das unschlagbare Ultraschall (Podcastsoftware).

Dennoch begrenzt hier das Equipment des Gastes (den man auch erst einmal dazu bringen muss, StudioLink zu installieren) die Sprachqualität.

Wer es nicht eilig hat, kann dem Gast einen separaten Rekorder zusenden und hoffen, diesen samt SD-Karte rechtzeitig zurück zu erhalten.

Hier bietet sich der H1 von Zoom an, da dieser nicht nur günstig und qualitativ hochwertig ist, sondern vom Benutzer auch leicht zu bedienen ist. Ein kleines Stativ beizulegen ist sicher kein Fehler.

Diese Lösung ist natürlich auch für regelmäßige Koomoderatoren zweckmäßig, die keine PC-Affinität haben. Sie können die Karte versenden oder brauchen den aufgenommenen File nur hochzuladen.

Wenn die Krise vorbei ist, lässt sich dieser Rekorder immer noch für enfernte Gäste verwenden oder im Alltag für spontane Außeninterviews verwenden.

Doch manchmal will oder kann man nicht auf den Sichtkontakt verzichten, oft sind reale Situationen einfach echter.

Doch auch hierbei muss man nicht auf den notwendigen Coronaabstand verzichten.

Zum einen sollte man testen, ob die Klangqualität mit einer KN95 oder FFP2 Maske so viel schlechter ist – manche schwören inzwischen auf die positive Nebenwirkung des Pop-Schutzes (wofür man sonst ja extra ein Netz vors Mikro spannt).

Wer die günstigen HMC 660-Headsets von Superlux verwendet, kann – ausreichende Desinfektion vorausgesetzt – seine Gesprächspartnern auf Distanz halten, denn durch den Kopfhörer fühlt sich der Dialog auch mit 5 Metern Abstand noch sehr intim an.